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Die AK-Fraktionen solltender Beteiligung von MigrantInnen an den Wahlen mehr Aufmerksamkeit schenken

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir haben angerufen. Wir haben Emails geschrieben. Wir haben um einen Termin gebeten. Wir haben alles versucht, aber wir haben keine Antwort bekommen.

Wenn wir uns hätten treffen können, wären diese Zeilen nicht nötig gewesen, aber da es keinen anderen Weg gab, ist es notwendig, es hier zu schildern. Wir sprechen über die Gruppen/Fraktionen, die die Leitung der Arbeiterkammer anstreben.

Wie Sie wissen, ist die Arbeiterkammer (AK) eine der wichtigsten und größten Organisationen in Österreich. Sie vertritt die Rechte von rund 4 Millionen ArbeitnehmerInnen. Alle ArbeitnehmerInnen, egal ob sie österreichische StaatsbürgerInnen sind oder nicht, sind nach dem Arbeiterkammergesetz Pflichtmitglieder der AK.

BETEILIGUNG VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND AN DEN WAHLEN

Diese Organisation, die sich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen einsetzt, führt alle fünf Jahre Wahlen durch. 

In der AK gibt es eine große Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund. Leider liegt die Wahlbeteiligung von Mitgliedern der AK mit Migrationshintergrund nicht über 30-35 Prozent.

Andererseits sieht und liest laut Statistik Austria eine überwältigende Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund die Nachrichten in ihrer eigenen Sprache.

In Anbetracht dieser beiden wichtigen Fakten sollten die Gruppen/Fraktionen, die die Führung der AK anstreben, zweifellos ihre Zusammenarbeit mit den Migrantenmedien verbessern, damit ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund mehr Interesse an den Arbeiterkammerwahlen zeigen.

Wir haben unser Bestes getan, um unseren Teil dazu beizutragen. 

Zuerst haben die Bundesländer den Ball in die Mitte geworfen. Sie sagten: „Ihr sendet österreichweit, die Zentrale kümmert sich um euch.“ Leider waren sie dabei nicht ehrlich, und die Bundesländer Salzburg, Vorarlberg und Tirol, die uns gesagt hatten: „Die Zentrale kümmert sich um euch“, haben im Wahlkampf mit einem anderen Medienorgan zusammengearbeitet. Wir haben übrigens Fragen an die AK-Präsidenten in den genannten Bundesländern geschickt, aber anstatt sie zu beantworten, haben sie den Ball wieder an die Zentrale zurückgeworfen und uns gesagt: „Der österreichische AK-Präsident wird diese Fragen beantworten“.

Wir haben sie buchstäblich tagelang und wochenlang gejagt, aber unsere Bemühungen waren erfolglos. Diese Situation hat uns zweifellos verunsichert und zum Nachdenken gebracht. Nun fragen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser: Sollen wir aus dieser Situation den Schluss ziehen, dass der AK-Zentrale, den Bundesländern, den zuständigen Managern oder den Mitarbeitern die Wahlbeteiligung der Zielgruppe der Migranten nicht so wichtig ist? Wenn die WKÖ, die AK, die Parteien, die Gemeinden und die Gewerkschaften dies tun, wie wird sich dann die migrantische Bevölkerung als Teil Österreichs fühlen? Wir überlassen es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zu entscheiden…

WIR HÄTTEN GEWOLLT, DASS SIE UNSERE FRAGEN BEANTWORTEN

Die gewählten Führung der Arbeiterkammer haben wiederholt erklärt, dass Menschen mit Migrationshintergrund kein Interesse an den Wahlen zeigen. Was haben sie unternommen, um Menschen mit Migrationshintergrund zu ermutigen, an den Wahlen teilzunehmen? In welchen Medien haben sie Erklärungen oder Anzeigen veröffentlicht?

Jede Partei, die die AK in den Bundesländern regieren will, hat unterschiedlich große Fraktionen. Wir sehen, dass diese Fraktionen türkischstämmige Kandidaten aufstellen. Daraus ist ersichtlich, dass sie beabsichtigen, die Stimmen der türkischen Bevölkerung zu bekommen. Aber wer weiß schon, dass sie einen türkischstämmigen Kandidaten haben? Warum führen sie keine Kampag-ne durch, um diese Kandidaten dem Zielpublikum vorzustellen? Wir möchten, dass diese Fraktionen unsere Fragen beantworten, und wir möchten ihre Aussagen auf diesen Seiten veröffentlichen. Vor welchen Problemen stehen die ArbeitnehmerInnen in Österreich? Mit welchem Programm wollen sie die tief verwurzelten, tief verkrusteten Probleme der ArbeiterInnen lösen, wenn sie an die Macht kommen? Leider haben wir auf unsere Fragen bis jetzt keine Antwort erhalten. Zumindest noch nicht. Wir haben noch Hoffnung…

DIE AK SOLLTE IHRE KOMMUNIKATION MIT DEN MIGRANTENMEDIEN VERSTÄRKEN

Soweit wir gesehen und erfahren haben, sind die Bundesländer Salzburg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark am wenigsten an einer Wahlbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund interessiert.

„Gibt es keine positiven Beispiele?“, fragen Sie. Natürlich gibt es positive Beispiele. Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört.

In Niederösterreich ist zu beobachten, dass sich die ÖVP-nahe FCG-Fraktion bemüht, die Migrantenmassen zu erreichen. Ebenfalls in Niederösterreich bemüht sich die AUGE, die bekanntermaßen den Grünen in Niederösterreich nahesteht, durch Anzeigen in den türkischen Medien und die Verteilung von Broschüren, die Einwanderermassen zu erreichen. Die FSG, die als SPÖ-nah bekannt ist, versucht, die Wahlen erneut zu gewinnen, indem sie ihre Beziehungen zu den Einwanderern aufrecht erhält.AUGE und FCG unternehmen auch in Wien ähnliche Anstrengungen, um Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen. Dies ist eine Premiere für diese Gruppen. Wir hoffen, dass diese Bemühungen als Beispiel für die anderen Fraktionen und insbesondere für die anderen SPÖ-nahen FSGs dienen werden, die die AK in 6 Bundesländern dominieren.

Es ist wichtig, dass diese Bemühungen erfolgreich sind, d.h. dass die türkischstämmigen WählerInnen zur Wahl gehen. Das wird ihnen helfen, sich mehr als Teil von Österreich zu fühlen. Wir vom Brücke Magazin möchten unseren Teil dazu beitragen, und wir glauben, dass dies nur durch einen verstärkten Dialog der AK mit den Migrantenmedien erreicht werden kann.

DAS WAHLJAHR IN ÖSTERREICH UND DIE AUFGABE DER AK

Das Vorgehen bei den AK-Wahlen ist wichtig. Denn 2024 ist ein Wahljahr für Österreich. In diesem Jahr finden Wahlen für den Europarat, das österreichische Parlament, das Europäische Parlament, den steirischen Landtag, den Vorarlberger Landtag, den Bürgermeister von Salzburg, den Bürgermeister von Innsbruck und wichtige Gewerkschaften (younion) in einigen Bundesländern statt. Das Verhalten der Arbeiterkammer, die Schauplätze und die Ergebnisse der AK-Wahlen werden beispielgebend für viele Wahlen sein und wichtige Ergebnisse hervorbringen.

Die Arbeiterkammer trägt eine große Verantwortung für die Bewahrung, Aufrechterhaltung und Entwicklung einer Atmosphäre des Friedens, der Ruhe und der Einheit. Die AK-Verwaltungen, die Fraktionen, die die Arbeiterkammer regieren wollen, und die AK-Kandidaten sollten im Bewusstsein dieser großen Verantwortung handeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, liebe Leserinnen und Leser, dass es in der österreichischen Politik seit 15-20 Jahren eine negative Politik gegenüber Türken gibt. In letzter Zeit gibt es Anzeichen dafür, dass diese Politik in eine einwanderungsfeindliche und generell fremdenfeindliche Richtung geht. Würden in einer solchen Situation nicht die Verbindungen, die diese Organisationen, die die Vertreter der Arbeitnehmer sind, mit dieser Masse von Menschen aufbauen, diese einwanderungsfeindliche und fremdenfeindliche Politik zunichte machen?

Wer Tag und Nacht für dieses Land arbeitet, wer dieses Land als seine Heimat kennt, der soll sich auch als Teil dieses Landes und der AK fühlen! Und demnach, sollte er/sie auch ein Mitspracherecht haben!


WAS IST DER GRUND FÜR DIESE APATHIE?


Am 10. März 2024 wird in 119 Gemeinden im Bundesland Salzburg gewählt. An 521 Orten werden Wahllokale eingerichtet:


Stadt Salzburg: 154
Flachgau: 141
Pongau: 74
Pinzgau: 74
Tennengau: 50
Lungau: 28


Wir haben versucht, alle Parteien, die bei den Wahlen antreten, zu erreichen. Wir haben E-Mails verschickt und telefoniert, aber leider konnten wir keinen Kommunikationskanal aufbauen. Der 60. Jahrestag der Einwanderung steht vor der Tür. Seit 60 Jahren zahlen wir unsere Steuern in diesem Land und unterstützen die österreichische Wirtschaft. Wir nehmen die schwierigsten Aufgaben auf uns. Das Ergebnis ist ‚kein Budget für Migranten‘. Ist das der Wert, den wir verdienen?

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