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VON SELBSTSABOTAGE ZUR SELBSTAKZEPTANZ

Wie legen wir uns selbst Steine auf den Weg? Wie werden wir selbst das einzige Hindernis für uns selbst? Gibt es immer Ausreden in unserem Leben? Können wir vor jeder Prüfung immer direkt davon ausgehen, dass der Lehrer uns schon „auf den Kicker“ hatte? Verlieren wir immer ein Tag vor der Prüfung unseren Hausschlüssel? Finden wir immer vor jeder Prüfung die notwendigen Notizen nicht? Oder werden wir die Nächte vor der Prüfung immer krank? Nehmen wir unausgeschlafen an der Prüfung teil? Oder kommen wir sogar zu spät zur Prüfung? Geben wir bei jeder Situation den anderen und den Umständen die Schuld, finden wir Ausreden und suchen wir Komplizen für all unsere Handlungen? Von einer Selbstsabotage spricht man, wenn eine Person Ausreden dafür vorbringt, dass sie trotz ihrer Kompetenz nicht genügend Kapazitäten hat, um eine Aufgabe oder Leistung auszuführen.

Was sind die Merkmale von Menschen, die sich selbst sabotieren?

• Sie verschieben ihre Arbeit bis zum letzten Moment

• Sie zeigen übermäßige Angst bei Prüfungen oder Präsentationen

• Sie erfinden körperliche Beschwerden, um bestimmten Situationen zu entkommen

• Sie zeigen keine Teilnahme an Wettbewerbsaktivitäten

• Sie glauben, dass sie immer Pech haben

• Sie sind pessimistisch

• Sie sind schlaflos vor wichtigen Meetings

• Sie behaupten immer, dass sie wegen anderen Menschen und anderen Umstände scheitern

Selbstsabotage wird unter zwei Gesichtspunkten betrachtet: Verhaltensbezogene und verbale Sabotage.

Verhaltensbezogene Sabotage
Das Verschieben eigener Pflichten, Gelegenheiten nicht nutzen, sich nicht ausreichend anstrengen, sich nicht ausreichend vorbereiten, sich in Umgebungen aufhalten, die den Menschen an der Arbeit hindern, versuchen, mehrere überfordernde Tätigkeiten gleichzeitig auszuführen, und sich mit verschiedene Tagesordnungen beschäftigen.

Verbale Sabotage
Die Annahme, dass äußere Gründe dafür vorliegen, dass die Person auf eine unerwünschte Situation stößt, und daraus resultierende Ausreden. Diese Personen betonen ständig an, dass sie sich Sorgen machen, sich erschöpft, gestresst, schüchtern und unglücklich fühlen.

Wie verhalten sich Menschen, die sich selbst sabotieren?
Sich selbst sabotierende Personen versuchen sich selbst zu schützen, indem sie ihre Erfolge verinnerlichen und ihre Misserfolge ständig zu Wort bringen. Dies hilft der Person, sich sowohl in einer erfolgreichen Situation als auch in einem Fall von Erfolglosigkeit wohl zu fühlen. Eine Person, die sich beispielsweise vor einer Prüfung einredet: „Ich bin nicht für die Prüfung genug vorbereitet, ich verwechsle die Themen.”, wird erleichtert sein, wenn die Prüfung ihr tatsächlich misslingt, denn ihre Annahmen werden sich in diesem Fall bestätigt haben. Wenn dieselbe Person jedoch in der Prüfung eine hohe Punktzahl erreicht, fühlt sie sich gut, weil sie in diesem Fall erfolgreich ist. Diese Personen finden, um sich zu schützen und um die Konfrontation mit Fehlern zu vermeiden, Ausreden und können ihre Probleme nicht realistisch lösen. Sich selbst sabotierende lassen anderen Menschen nicht anmerken, dass die Gründe, die sie dafür vorbringen, nur auf Ausreden beruhen. Sie sind in dieser Hinsicht sehr detailliert und schaffen sorgfältig die Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit zu scheitern, erhöhen.

Die Kindheitsphase und Selbstsabotage
Die Herangehensweise der Familie in der Kindheit, die in dieser Zeit gebildete kognitive Struktur, die Einstellungen der Eltern und insbesondere die Erfolgswahrnehmung der Familie sind Faktoren, die bei der Entwicklung einer Selbstsabotagehaltung eine große Rolle spielen. Vor allem die Bemühung der Eltern, einen Lebensstil zu führen, in welchem schulischer und akademischer Erfolg im Vordergrund stehen, führen dazu, dass das Kind ein Selbstsabotageverhalten entwickelt. Das Kind wird in solch einem Fall versuchen, sich als talentiert, erfolgreich und intelligent zu zeigen, um die Aufmerksamkeit seiner Familie auf sich zu ziehen und sie zufriedenzustellen. Es wird Angst haben, Fehler zu machen und kritisiert zu werden. Daher wird es auch Vorkehrungen treffen, um keinen Fehler zu machen. Diese Vorkehrungen werden allerdings nicht getroffen, um Erfolg zu haben, sondern um Erklärungen parat zu haben, falls das Kind bei einer bestimmten Sache scheitert. Einige Eltern-typische Äußerungen wie „Mein Kind ist sehr schlau, aber faul, lernt nicht, ist abgelenkt, sehr ängstlich etc.“ können wir als wörtliche Reflexionen dieser Verhaltensweisen auf unser Kind betrachten. Wir sollten mit unseren Kindern, die bedingungslose Liebe erfahren, ihnen mitgeben können, dass Probleme gemeinsam gelöst werden können, dass gemeinsame Zielstrebigkeit im Leben wichtig ist und dass wir das Leben mit unseren Freunden und Verwandten in die Hand nehmen müssen. Außerdem sollten wir die Erkenntnis machen, dass Werte wie Selbsterkenntnis, Erfolg und Glück durch das gemeinsame Teilen an Bedeutung gewinnen. Am wichtigsten ist, dass wir lernen müssen, dass wir uns erst dann gut fühlen können, wenn wir alle zusammen und gemeinsam glücklich sind. Auf diese Weise entwickeln wir als Eltern das notwendige Selbstwertgefühl und unterstützen unsere Kinder ebenfalls dabei, ein hohes Selbstwert- und Verantwortungsgefühl zu bilden.

Selbstsabotage betreibende Personen schützen Weise ihr Selbstwertgefühl, indem sie ihre Erfolge verinnerlichen und ihre Misserfolge nach außen tragen.

Was können wir tun, um uns nicht selbst zu sabotieren?

Die wahrheitsgemäße Untersuchung von körperlichen Symptomen
Die häufigsten Ausreden, die wir verwenden, wenn wir uns selbst sabotieren, sind körperlich. Die Diät, die wir gerade begonnen haben, hat dazu geführt, dass unser Blutdruck gesunken ist, unsere Herzfrequenz ist während des Trainings auf ein alarmierendes Niveau gestiegen oder beim Betreten einer neuen Umgebung ist uns plötzlich schwindelig geworden. Zunächst müssen wir die Fragezeichen in unseren Köpfen zu diesen körperlichen Symptomen klären und einen Gesundheitscheck durchlaufen und unseren Gesundheitszustand klären.

Bewusst über das Verhalten sein
Es ist sehr wichtig, festzustellen, in welchen Zeiträumen und in welchen Umgebungen wir das selbst behindernde Verhalten zeigen. Warum brauchen wir dieses Verhalten? Was sind die Konsequenzen dieses Verhaltens? Was sind ihre kurzfristigen Vorteile und zu welchen Verlusten führen sie langfristig? In welchen Umgebungen und Situationen sabotieren wir uns selbst? Welche Strategien und Ausreden verwenden wir? Wir müssen Antworten auf diese Fragen finden.

Selbsterkenntnis
Wir sollten unsere Fähigkeiten erkennen, unsere Grenzen und Bedürfnisse kennen, unsere Stärken und Schwächen erlernen und unseren Kompetenzen und Interessen entsprechend handeln.

Sich auf den Prozess statt auf das Ergebnis konzentrieren
Es ist ermüdend, aus Angst besiegt zu werden, sich einer Aktivität zu entziehen, die uns Spaß macht, ergebnisorientiert zu leben und das Leben und die Erfahrungen nur als Erfolgspunkt zu sehen. Erlauben Sie sich, die Erfahrungen, die Umgebung und sogar ihre Niederlagen zu genießen.

Sich realistische Ziele setzen
Sich sinnvolle und erreichbare Ziele zu setzen, Ziele als kurz- und langfristig zu bewerten und Schritt für Schritt vorzugehen, verhindert insbesondere das Verhalten, jegliche Dinge im Leben zu vermeiden und zu verschieben.

Zeitmanagement und geplantes Handeln
Wir müssen lernen, unsere Zeit effektiv zu nutzen, planmäßig zu handeln, Schritt für Schritt vorzugehen, zu akzeptieren, dass wir nicht mit allem mithalten können und uns ohne Entschuldigung Zeit zum Ausruhen zu nehmen.

Vorbereitung
Wir sollten uns auf Situationen, die eine hohe Performance erfordern, vorbereiten und vermeiden, dass wir mögliche Ausreden verwenden. Zum Beispiel sollten wir geplante Dinge wie bei einer Teilnahme an einem Sportwettkampf planmäßig trainieren, auf unsere Ernährungs- und Schlafgewohnheiten achten, während der Wettkampfwoche keine Gäste einladen etc.

Pflege unseres Selbstwertgefühls
Wir müssen unsere Fehler, Erfolge, Ruhe und Enttäuschungen akzeptieren, die wir gemacht haben oder die uns misslungen sind. „Ich bin mir der Dinge bewusst, die ich tun kann, um mich selbst zu verwirklichen, mich besser zu fühlen, und ich kann sie Schritt für Schritt verwirklichen. Die Umstände können mich vielleicht an meine Grenzen bringen, aber dann habe ich es zumindest versucht. Was auch immer das Ergebnis ist, diese Erfahrung wird mir fühlen lassen, dass ich mitten im Leben bin.“ Dies ist die Haltung, die wir haben müssen, wenn wir uns auf den Weg zu einer neuen Erfahrung machen.

Aufrichtigkeit
Wir empfinden positive Emotionen gegenüber Menschen, die aufrichtig sind, nichts vortäuschen und natürlich sind. Im Prozess der Selbstsabotage können wir nicht aufrichtig und natürlich sein, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, Ausreden zu finden und bestimmte Dinge vorzutäuschen. Ja, natürlich und aufrichtig zu sein, den Umständen entsprechend zu handeln und offen zu sein wird uns erleichtern. Was uns zu wertvollen Menschen macht, ist unser Bemühen offen und direkt über alles zu kommunizieren.

Hilfe suchen
Menschen mit sozialer Unterstützung empfinden keine Unsicherheit darüber, wie andere Menschen sie sehen. Sie wissen, dass ihre Familie und Freunde sich um sie kümmern. Wir können mit unseren Verwandten, die uns kennen, über unser selbst sabotierendes Verhalten sprechen und sie bitten, sich zu melden und zu unterstützen, wenn sie ein solch artiges Verhalten bei uns bemerken.

Professionelle Unterstützung
Wenn Sie sich Ihres Selbstsabotageverhaltens bewusst sind und dieses Verhalten nicht verhindern oder reduzieren können, ist es angebracht, Hilfe von einem Experten aufzusuchen. Was führt uns zur Selbstsabotage? Dass wir unsere Schullaufbahn verlängern? Dass wir die Tätigkeiten nicht ausüben können, die uns Spaß macht? Dass wir keinen guten Start in unserer Ehe haben? Dass wir nicht in die Stadt ziehen, in der wir leben möchten? Die Selbstsabotage mag viele unserer schönen und lehrreichen Erfahrungen gehindert haben. Machen wir ab heute den ersten Schritt auf dem Weg von der Selbstsabotage zur Selbstakzeptanz, indem wir Ausreden aus unserem Leben schaffen und unser Leben wertvoller und erfüllter ausleben.

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