ArbeitsweltDeutsch

Mobb mich nicht! Werde mich beschweren

Die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz umfassen sowohl physische als auch psychosoziale Bedingungen der Arbeitnehmer*innen. 

Die Bedeutung der psychologischen Auswirkungen auf die Mitarbeiter*innen insbesondere durch das moderne Leben und die Verstädterung nimmt von Tag zu Tag zu. In den Ländern, die ihre Industrialisierung vor der Türkei abgeschlossen haben, tritt nach Untersuchungen, die in den 80er Jahren begann und bis heute andauert, eine Definition ,,Mobbing“ in den Vordergrund.

Die Definition der „psychischen Einschüchterung“ (Mobbing) ist seit zehn Jahren ein Thema, das aus verschiedenen Aspekten akademisch untersucht wird. Solange die Untersuchungen fortgeführt werden, wird die Bedeutung des Themas aus der Sicht der Arbeitskräfte nachvollzogen. ,,Mobbing“, der ein englischer Begriff ist, wurde im 19. Jahrhundert vom Biologen verwendet, um das Verhalten der Vögeln zu beschreiben, die um den Angreifer herumflogen. Später in den 1960er Jahren wurde  von Konrad Lorenz die Definition für kleine Tiergruppen verwendet, die ein starkes und alleiniges Tier attackiert haben, um es abzudrängen oder die Vögeln, die von der selben Ausbrütung waren, schlossen den schwächsten Vogel unter ihnen aus und hielten ihn fern von Futter und Wasser, bis er kraftlos war, zum Schluss getötet und von der Gruppe rausgeworfen wurde. 

Die Begrifflichkeit Mobbing wurde das erste Mal Anfang 80er Jahren vom schwedischen Industriepsychologen Heinz Leymann verwendet. Das Mobbing von Leyman bezieht sich auf die feindlichen und aggressiven Verhaltensweisen unter den Mitarbeiter*innen auf langfristiger Basis und beschreibt auf systematischer Weise die Absicht der ständig häufigen Einschüchterung und die Anwendung von psychisch und sogar physisch aggressivem Verhalten gegen das Selbstvertrauen einer Person. Mit anderen Worten ausgedrückt, eine Person oder einige Personen, deklarieren jemanden als eine unerwünschte Person, indem sie sie ausschließen, verbal oder physisch belästigen, zum absoluten Gehorsam zwingen, einschüchtern und drangsalieren. Das Mobbing ist häufig unabhängig vom Land, insbesondere im öffentlichen Sektor, wo die Bürokratie umfangreich ist und wo Frauen diskriminiert werden. 

Diese ähnlichen Ergebnisse erzielt man auch in den Feldforschungen sowohl im privaten als auch öffentlichen Sektor, die ganz neu in unserem Land sind. 

Mobbing und Konfliktunterschied

Der Hauptunterschied zwischen einem normalen Konflikt und einer psychologischen Einschüchterung besteht darin, wie lange und in welcher Intension dieses Verhalten mit einem Ungleichgewicht zwischen den Parteien besteht. Bei psychischer Belästigung sind das die beharrlich wiederholenden und fortgesetzten Verhaltensweisen.      

Während in einer gesunden Konfliktumgebung eine direkte Kommunikation, eine Beziehung, die sich auf eine Zusammenarbeit beruht und gemeinsame Ziele und Gemeinsamkeiten besteht, ist in solchem Umfeld, Beziehungen ungewiss, die Zusammenarbeit sehr schwierig, Beziehungen, in denen die Rollen und Verantwortungen nicht klar definiert sind, herrscht ein feindliches Verhalten und in einem Umfeld treten Konflikte auf. 

Während gewalttätiges Verhalten am Arbeitsplatz häufig mit schwerwiegenden kriminellen Handlungen wie Körperverletzung, tatsächlicher Belästigung, Bedrohung, Sachschaden, unzüchtiger Sprache und sexueller Belästigung verbunden ist, wird behauptet, dass das psychische Verhalten bei der Arbeit selten eine schwerwiegende Straftat darstellt.

Arten Psychischer Mobbing

1. Vertikal Psychologisches Mobbing: Die von den Vorgesetzen ausgeübte Verdrängung, indem sie ihren Unterworfenen mit ihrer institutionellen Macht ausnützen und von der Organisation ausschließen.   

2. Horizontal Psychologisches Mobbing: Der Täter oder die Täter sind Mitarbeiter*innen in derselben Position wie das Opfer mit ähnlichen Aufgaben und verfügen über die gleichen Möglichkeiten. 

3. Lateral Psychologisches Mobbing: Die vom Unterworfenen ausgeübte psychologische Gewalt und das Mobbing an den Vorgesetzen. Es ist kein häufiger Fall. Ein Beispiel dazu wäre, die Bindung an den vorherigen Vorgesetzten und nicht die Akzeptanz des Neuen. 

Die Auswirkungen von Mobbing

Die Intensität und Kontinuität variiert je nach der Persönlichkeitsstruktur und dem sozialen Umfeld: Schlafstörungen, Weinkrämpfe, Konzentrationsstörungen, Spannung und Wut, Empfindlichkeit, Bluthochdruck, anhaltende Schlafstörungen, Probleme im Magen und Darm, übermäßige Gewichtszunahme oder -abnahme, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, Behandlungskosten, Weglaufen von der Arbeit bzw. Fernbleiben (öfters verspätet sein, oft in Anspruch genommene Krankenstände), schwere Depressionen, Panikattacken, Herzinfarkte und andere schwerwiegende Erkrankungen, Unfälle, Gewalt gegen Dritte und Selbstmordversuche können als einige von diesen Auswirkungen genannt werden. 

Jedes Jahr gegen weltweit 6 Millionen Arbeitstage verloren (HSEInformation about Health and Safety at Work). Der Grund dieser Verluste ist die berufliche Unsicherheit der Opfer (des psychologischen Mobbings am Arbeitsplatz), Arbeitsänderung, lange Arbeitszeiten und die erlebten Arbeitsverluste aufgrund der schweren Bedingungen. Wenn wir uns die Kosten der Krankheiten, die stressbedingt oder in Zusammenhang mit Stress auftreten, anschauen, so sehen wir eine Grafik, in der sich die Kosten von 5 (TUC- Trades Uninon Congress) auf 12 Milliarden (IPD- Institute of Personnel and Development) Dollar erhöht haben. Um das kostspielige Mobbing (psychische Belästigung am Arbeitsplatz) zu verhindern, wurden in der Gesetzgebung und Praxis einige Änderungen vorgenommen.

Dr. Melih Nurhan Experte für Arbeits- & Arbeitsplatzsicherheit und Doktor der Medizin

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"