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So haben wir es vom Vater nicht gelernt

Die Eins­tel­lung und das Ver­hal­ten eines jeden Va­ters, seine Re­geln, wie er diese um­setzt, seine He­ran­ge­hen­s­we­ise an Prob­le­me, seine Lö­sun­gen, sein Ver­hal­ten ge­ge­nü­ber se­inem Le­bens­part­ner und se­iner Kin­der ist für die per­sön­lic­he En­t­wick­lung der­sel­ben wich­tig.

Ob­wohl im Wör­ter­buch das Wort „Vater“ als ein Mann, der einen Kind hat, besch­ri­eben wird, be­de­utet für uns Vater: eine Per­son, die sich selbst weiterentwickelt, um ihr Kind gut zu erziehen und entsprec-hend ihrer En­t­wick­lungs­ze­it und der Kin­derpsyc­ho­lo­gie best­mög­lich för­dert. Sp­richt man be­züg­lich einer Fa­mi­lie über den Vater, wird dies me­is­tens mit „Vert­ra­u­en“ in Ver­bin­dung geb­racht. Für die Kin­der be­de­utet Vater, je­mand, dem man mit ge- sch­los­sen Augen vert­ra­u­en kann, je­mand der wie ein großer Berg das Ge­fühl der Stärke emp­fin­den lässt. Wenn Kin­der mit di­esem Vert­ra­u­en, das die Stärke eines Ber­ges wi­ders­pi­egelt, die Sic­her­he­it ve­re­ini­gen, ents­te­hen keine Prob­le­me.

Wenn di­eser Berg so stark ist, dass es seine Be­woh­ner beim Regen vor Erdrutsch, bei Schnee vor La­wi­nen und vom star­ken Wind sc­hützt, ist es ein sic­he­rer Berg. Wenn di­eser Berg mit se­inen Bäumen, Blu­men, Rosen und se­iner Natur den Be­woh­nern Un­ter­kunft und Leben be­re­its­tellt, ist es eben­falls ein sic­he­rer Berg. Wenn di­eser Berg diese Merk­ma­le nicht be­sitzt, ist es nur ein Ha­ufen aus Stein und Erde. Genau des­halb iden­ti­fi­zi­eren wir einen Vater mit einem star­ken Berg. Denn ein Vater muss mit se­iner Hal­tung und Wis­sen Sic­her­he­it aus- st­rah­len.

Väter und Kin­de­rer­zi­ehung in der „Tech­no­lo­gie-Ze­it“

Wie Sie wis­sen, be­de­uten Kin­der, die Zu­kunft einer Fa­mi­lie und einer Na­ti­on. Für die Er­zi­ehung di­eser Kin­der, die die Zu­kunft dars­tel­len, sind die El­tern ve­ran­t­wort­lich. Kin­der sind den Müt­tern und den Vätern von Gott an­ver- t­ra­ut wor­den, um sie best­mög­lich zu er­zi­ehen. Die Auf­ga­be der El­tern ist es, dies so gut wie mög­lich aus­zu­üben. Ob­wohl he­ut­zu­ta­ge diese Auf­ga­ben eher den Müt­tern über­las­sen sind, be­de­utet dies nicht, dass die Väter ihre Pf­lich­ten ord­nungs­gemäß er­fül­len.


Es ist eine Tat­sac­he, dass die fi­nan­zi­el­le Be­las­tung der Ha­us­füh­rung in der Fa­mi­lie bei den Vätern liegt. Somit ver­ges­sen die Väter ihre Ha­up­ta­uf­ga­ben, da sie sich eher Kopf um das Fi­nan­zi­el­le mac­hen. Je­doch steht die Verpf­lich­tung über die Er­zi­ehung der Kin­der genau wie für die Müt­ter auch für die Väter in ers­ter Linie. Denn, wenn Kin­de­rer­zi­ehung ver­nachlässigt wird, ist das Nach­ho­len di­eser Er­zi­ehung nicht mög­lich. Fi­nan­zi­el­le Prob­le­me hin­ge­gen kön­nen je­der­ze­it auf­ge­ho­ben wer­den.

In­no­va­ti­onen und En­t­wick­lun­gen im Technologiebereich be­las­ten immer mehr das Fa­mi­li­en­bud­get. Um diesen Ne­u­ig­ke­iten in der Tech­no­lo­gie nach­ge­hen zu kön­nen, muss man oft auf eini­ges ver­zich­ten. Die Väter müs­sen nämlich um die wesentlichen und nicht we­sent­lic­hen Be­dürf­nis­se der Fa­mi­lie zu bef­ri­edi­gen en­t­we­der Übers­tun­den mac­hen oder zum teil einen zwe­iten Job über­neh­men. In­fol­ge­des­sen keh­ren Väter so­wohl men­tal als auch kör­per­lich müde in ihre Häuser zu­rück und kön­nen sich keine Zeit für ihre Kin­der neh­men bzw. neh­men sich keine Zeit für ihre Kin­der.

Wenn Väter spät und müde nach Hause zu­rück­keh­ren, kön­nen sie le­i-der nicht be­re­it sein, sich für ihre Kin­der zu küm­mern. Den Kin­dern re­icht es je­doch nicht aus, wenn sie sich ohne Auf­merk­sam­ke­it der Väter nur kör­per­lich mit ihrem Vater in einer Um­ge­bung be­fin­den. Wenn dies je­doch den Vätern erklärt wird, heißt es me­is­tens: „Ich ar­be­ite doch schon den gan­zen Tag für sie. Sonst müss­te ich doch gar nicht so viel ar­be­iten. Ich ver­suc­he nur für ihre Zu­kunft das Beste zu mac­hen.“ und ver­suc­hen sich somit aus der Sache he­ra­us­zu­re­den.

Wenn Väter nur so tun, als ob sie nur eine Art „Bank“ für die Fa­mi­lie dar- s­tel­len und dazu auch noch emo­ti­onal zi­em­lich kalt wir­ken, ist es eine hohe Wahrsc­he­in­lich­ke­it, dass die Kin­der sich psyc­hisch al­le­in ge­las­sen füh­len.
Denn es ist eine Tat­sac­he, dass kein Kind im Er­wach­se­ne­nal­ter da­ra­uf stolz sein wird, dass der Vater fi­nan­zi­ell alles er­mög­licht, aber keine Zu­ne­igung zu se­inen Kin­dern ge­ze­igt hat. Im Gegenteil, die Kin­der wer­den den­ken: „Es wäre viel sc­hö­ner, wenn unser Vater vi­el­le­icht we­ni­ger ver­di­ent hätte, aber statt­des­sen immer genug Zeit für uns hätte und auch an un­se­re Psyc­he ge­dacht hätte.“

Kin­der wer­den später sich nicht als glück­lich wahr­neh­men, wenn deren Väter pro­mi­nent oder reich waren. Sie wer­den höchs­t­wahrsc­he­in­lich auf ni­eman­den stoßen, der sagt: „Mein Vater ist Mi­nis­ter, mein Vater ist Präsi­dent, mein Vater ist ein Fab­ri­kant, mein Vater ist ein Ma­na­ger, mein Vater ist Jo­ur­na­list, mein Vater ist Sch­rifts­tel­ler…“ Denn diese Äußerun­gen sind nur auf den Vater be­zo­ge­ne Äußerun­gen und haben nichts mit dem Kind zu tun. Der so­zi­ale Sta­tus des Va­ters trägt nichts zur der Per­sön­lich­ke­it des Kin­des bei. Des­halb ist es selbst­verständ­lich, dass die Kin­der nicht stolz auf diese Äußerun­gen sein wer­den.

Die Kin­der wer­den nicht auf den Be­sitz ihrer Väter stolz sein, son­dern auf das Wis­sen, das die Väter mit ihren Kin­dern te­ilen und auf die mit In­te­res­se und Zu­ne­igung der Väter ge­me­in­sam verb­rach­te sc­hö­ne Zeit. Väter, die ihren Kin­dern was erben möch­ten, kön­nen ihren Kin­dern sc­hö­ne Erin­ne­run­gen ge­füllt mit sc­hö­nen Ze­iten, die sie mit ihren Kin­dern verb­racht haben, hin­ter­las­sen.

Die „Va­ter-Rol­le“ in der Per­sön­lich­ke­it­sen­t­wick­lung

Es ist Fakt, dass die ste­igen­den Be­dürf­nis­se die Väter dazu zwin­gen, mehr zu ar­be­iten. Je­doch ist es auch Fakt, dass die Kin­der die Zu­ne­igung der Väter bra­uc­hen. Denn die Kin­der bra­uc­hen in ihrer Per­sön­lich­ke­it­sen­t­wick­lung nicht nur das In­te­res­se ihrer Müt­ter, son­dern auch das In­te­res­se ihrer Väter.
Der Vater spi­elt nämlich in der Per­sön­lich­ke­it­sen­t­wick­lung der Kin­der eine wich­ti­ge Rolle. Kin­der, ins­be­son­de­re Jun­gen, ler­nen von ihren Vätern viele Werte wie Vert­ra­u­en, Mut, Zu­ge­hö­rig­ke­it und En­t­wick­lung der gesch­lecht­lic­hen Iden­tität. Kin­der, die genug Zeit mit ihrem Vater verb­rin­gen, en­t­wic­keln eine ge­sün­de­re Per­sön­lich­ke­it.


Jun­gen ler­nen, indem sie das Ver­hal­ten der Väter be­obach­ten und diese nac­hah­men. Für die Kin­der sind die zu Hause ges­tell­ten Re­geln des Va­ters und die Um­set­zung di­eser, die He­ran­ge­hen­s­we­ise und Lö­sung von Prob­le­men sowie die He­ran­ge­hen­s­we­ise an die Mut­ter und Kin­der für die Per­sön­lich­ke­it­sen­t­wick­lung wich­tig. Kin­der, die sich in ihrer Kind­he­it nicht an­ge­mes­sen mit ihren Vätern iden­ti­fi­zi­eren kön­nen, wer­den auch im Ju­gend- und Er­wach­se­ne­nal­ter ne­ga­tiv davon be­e­inf­lusst.

Außerdem sind eine der wich­tigs­ten Rol­len des Va­ters für Jun­gen der Einf­luss auf die En­t­wick­lung ihrer gesch­lecht­lic­hen Iden­tität und Rol­len. Die Merk­ma­le der Gesch­lech­ter­rol­len männ­lic­her Kin­der kön­nen ver­bes­sert wer­den, indem der Vater ein ge­e­ig­ne­tes und ge­sun­des Vor­bild für das Kind dars­tellt. Eine enge und vert­ra­ulic­he Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Vater, er­le­ich­tert die Iden­ti­fi­zi­erung des Kin­des und hilft dem Kind, seine eige­ne Gesch­lech­ter­rol­le zu en­t­wic­keln. Wenn Jun­gen keine ge­e­ig­ne­ten Vor­bil­der für die Ver­vollständi­gung der geschlechtlichen En­t­wick­lung fin­den, kann die En­t­wick­lung des Gesch­lecht­si­den­titäts ne­ga­tiv be­e­inf­lusst wer­den.

Für Mädchen spi­elen Väter eben­falls eine wich­ti­ge Rolle in der Per­sön­lich­ke­it­sen­t­wick­lung, weil die Väter die ers­ten Männer sind, die sie in ihrem Leben ken­nen. Denn Mädchen, die gut mit ihren Vätern kom­mu­ni­zi­eren kön­nen, kön­nen eine bes­se­re En­t­wick­lung über Vert­ra­u­en vo­r­we­isen. Dies wird Kin­dern hel­fen Fähig­ke­iten, wie Kom­mu­ni­ka­ti­on und Lö­sung von Prob­le­men, auf­zu­ba­u­en, die nicht nur in ihrer jet­zi­gen Zeit, son­dern auch in ihrem späteren ehe­lic­hen Leben zur nutze sein wer­den.

Zudem stel­len Väter für Mädchen eine wich­ti­ge Figur dar, da sie durch ihre Väter das an­de­re Gesch­lecht ken­nen ler­nen, vers­te­hen und ihr Selbst­vert­ra­u­en sich en­t­wic­kelt. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwisc­hen Mädchen und Vater wird mehr Be­wusst­se­in, um Männer bes­ser ken­nen­zu­ler­nen, sc­haf­fen.


Also re­icht nur die phy­sisc­he An­we­sen­he­it des le­ib­lic­hen Va­ters in der Kin­de­rer­zi­ehung nicht aus. Ein Vater muss zusätz­lich zu der phy­sisc­hen An­we­sen­he­it mit Wis­sen aus­ges­tat­tet sein, Vert­ra­u­en in Be­zi­ehun­gen sc­haf­fen, Zeit mit se­inen Kin­dern verb­rin­gen und vor allem mit se­iner Per­sön­lich­ke­it ein Vor­bild sein.

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