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„FÖRDERN SIE DIE KOMPETENZ IHRES KINDES „NEIN“ ZU SAGEN“

„Jugendliche; deren Familien ihre soziale Kompetenz des „Nein“ Sagens unterstützen und dem Tabakkonsum gegenüber logische Begründungen entwickeln, sowie zu einer Wertorientierung und oppositioneller Haltung verhelfen, sind selbst in Lebensabschnitten in denen Einflüsse der Freunde eine ausschlaggebende Rolle spielen; wie z.B. in der Pubertät; in der Lage, den suchtantreibenden Auswirkungen der Altersgenossen Widerstand zu leisten.“, so Dr. Duygu Dinçer aus dem Wissenschaftsrat der Yeşilay.

Der Tabakkonsum; welcher aufgrund der leichten Zugriffsmöglichkeiten und dem Naheverhältnis zu anderen weiteren Suchtarten auf Kinder und Jugendliche ein hohes gesundheitliches Risiko bereitet, kommt während der Corona-Pandemie noch öfter zum Vorschein.  Dr. Duygu Dinçer; Mitglied des Wissenschaftsrats Yeşilay und Dozentin an der Universität Istanbul Aydın aus dem Fachbereich der psychologischen Beratung deutet darauf; dass sich die “intrafamiliären Beziehungen” hinsichtlich der Nikotinabhängigkeit, sowohl ein Schutz – als auch ein Risikofaktor darstellen.

Dr. Dinçer betont, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern bzw. auch nur ein Elternteil, Geschwister sowie nahe Verwandte Tabak konsumieren, sich im Gegensatz zu ihren Altersgenossen besonders unter Risiko befinden und fügt hinzu: „Obwohl Kinder in diesem Falle die Stellung eines Passivrauchers einnehme und selber keine Konsumenten sind, wird ihre Gesundheit negativ beeinflusst.“ Wir haben uns gemeinsam mit Dr. Duygu Dinçer über den Tabakkonsum sowie die davon beeinflussten Situationen unterhalten.

MAN SOLLTE AUF DIE FREUNDESBEZIEHUNGEN ACHTEN!

Dr. Duygu Dinçer betont, dass intrafamiliäre Konflikte und Auseinandersetzungen bei der Entstehung der Tabaksucht eine Rolle spielen können und fügt hinzu: “Eine Vielzahl der Jugendlichen können nach Streitigkeiten mit Eltern Proteste erheben, indem sie beginnen, Tabak zu konsumieren.

Mit anderen Worten, kann der Tabakkonsum bei Jugendlichen im Entwicklungsalter auch als eine Art der Rebellion gegen elterliche Autorität angesehen werden.“ Dr. Dinçer nimmt auch Bezug auf die Tabaksucht sowie auf die Beziehung zu Altersgenossen: „Kinder und Jugendliche, die Tabakkonsumenten in der Clique haben, befinden sich, im Gegensatz zu denen, die keine Tabakkonsumenten im Freundeskreis haben, eher unter Risiko. Untersuchungen zeigen, dass sich Jugendliche 10-fach mehr unter Risiko befinden, die drei oder mehr Tabakkonsumenten im Freundeskreis haben. Hierbei spielen Bedürfnisse der Jugendliche, Nahbindungen zu knüpfen, eine entscheidende Rolle. Jugendliche, die sich aus den Freundesgruppen nicht ausgegrenzt fühlen möchten, bevorzugen es, sich den Verhaltensweisen ihrer Altersgenossen anzupassen. Gerüchte wie „Die Zigarette lässt einen schlanker und frischer aussehen und sorgt für Entspannung“, führt zu einer allgemeinen Gruppenrealität und somit dazu, dass Jugendliche wehrlos gegenüber der Tabaksucht sind. Allein die Marke, die Sorte, die enthaltenen Aromen der konsumierten Zigarette führen innerhalb des Freundeskreises zu einer normativen Eigenschaft. Außerdem können auch Gründe, wie „cooler“ im Freundeskreis angesehen zu werden oder ausreichend wahrgenommen zu werden, dazu führen, dass Jugendliche anfangen, Tabak zu konsumieren.“

DIE TABAKINDUSTRIE BEEINFLUSST KINDER UND JUGENDLICHE ÜBER DIVERSE KANÄLE

Dr. Duygu Dinçer stellt klar, dass die Werbekampagnen der Tabakindustrien Kinder und Jugendliche über diverse Kanäle beeinflussen und fügt hinzu: “Die Tabakindustrie beeinflusst über diverse Kommunikationskanäle wie Soziale Medien, dem Fernseher oder über Kinos die aktuelle und die zukünftige Meinung der Kinder und Jugendliche gegenüber dem Tabak. Insbesondere haben soziale Medien einen enormen Einfluss. Gerade weil es leicht zugänglich und zumeist kostenfrei ist, ergibt sich eine gute Gelegenheit, Tabakkampagnen vollzuziehen. Des Weiteren spielen Kinofilme bei der Hinwendung an Tabak und anderen Konsumabhängigkeiten für Kinder und Jugendliche ebenso eine erhebliche Rolle. Einige Kinofilme, die das starke Interesse der Kinder erwecken, beinhalten Szenen, in denen geraucht wird und stellen somit auch gleichzeitig einen Teil der Werbekampagne der Tabakindustrien dar.“   

“WÄHREND DER QUARANTÄNE HAT SICH DAS RISIKO ERHÖHT, DASS KINDER ZU PASSIVRAUCHERN WERDEN”

Dr. Duygu Dinçer hebt hervor, dass das „Passivrauchen“ einer der wichtigsten Aspekte bezüglich der kindlichen Begegnung mit Tabak und den Tabakwaren sei, die seitens der Eltern in Betracht gezogen werden sollte. Außerdem erinnert Dr. Duygu Dinçer die Eltern daran, dass sie mittlerweile aufgrund der Quarantäne viel mehr Zeit daheim verbringen und fügt hinzu: “Einige Eltern tendieren dazu, statt in Außenbereichen in den Wohnungen zu rauchen. Aus diesem Grund hat sich das Risiko, dass Kinder und Jugendliche zu Passivrauchern werden, erhöht. In dem jetzigen Zeitraum, in der wir uns befinden, ist es von großer Bedeutung, dass Mütter und Väter bezüglich des Tabakkonsums innerhalb des Wohnbereiches Veränderungen  vornehmen, sodass ihre Kinder diesem nicht direkt ausgesetzt sind.“

 “ELTERN SOLLTEN SYSTEMATISCH AUFKLÄREN”

Dr. Duygu Dinçer erklärt, dass eine gute Erziehung der psychischen und physischen Gesundheit eine vorbeugende Maßnahme gegen den Tabakkonsum ist und fährt fort: “Einer der wichtigsten Maßnahmen, um den Tabakkonsum der Kinder und Jugendlichen zu verhindern, ist es, sowohl im schulischen als auch im häuslichen Leben eine systematische Aufklärungen bezüglich der Auswirkungen des Tabakkonsums auf die Gesundheit durchzuführen. Die Familien können die Webseite von Yeşilay, den sogenannten „Suchtbekämpfungsprogramm Türkei“ nutzen und können zu den Materialien, die sie für die systematische Aufklärung ihrer Kinder benötigen, gelangen.”

 „Gerüchte wie „Die Zigarette lässt einen schlanker und frischer aussehen und sorgt für Entspannung“, führt zu einer allgemein gültigen Gruppenrealität und somit dazu, dass Jugendliche wehrlos gegenüber der Tabaksucht sind.“

RATSCHLÄGE FÜR ELTERN, DEREN KINDER TABAK KONSUMIEREN

Dr. Duygu Dinçer gibt Eltern folgende Ratschläge, was Sie gegen den Tabakkonsum ihrer Kinder unternehmen könnten:

  • Im Falle, dass Kinder und Jugendliche Tabak konsumieren und die Eltern sich dessen bewusst sind (auch. wenn sie diese nicht Befürworten) ist, einer der besten Methoden zu beobachten, zu welchen genauen Zeiten das Kind Tabak konsumiert, die Routine des Kindes zu ermitteln und anschließend das Kind dabei zu unterstützen, genau diese Zeitspannen mit effizienteren Aktivitäten zu besetzen.
  • Die meisten Kinder und Jugendliche bevorzugen Tabak auf Grund des Entspannungs- und Vergnügungsfaktors. Physiologische Bedürfnisse des Körpers wie diese können auch durch sportliche Aktivitäten ersetz werden. Aus diesem Grund können Unterstützungen der Kinder und Jugendlichen in sportlichen Bereichen als ein Beistandsfaktor zur Entwöhnung des Tabakkonsums dienen.
  • Die meisten Jugendliche sehen Zigaretten als Lösungswege für Kummer – und Stresssituationen. Eltern können sich mit dem Schulstart ihres Kindes von dienstleistenden psychologischen Beratern an den angeschlossenen Bildungsinstituten darüber informieren, wie Situationen zu Hause und in der Schule zu bewältigen sind und ihre Kinder dabei unterstützen.
  • Das Erscheinungsbild „erwachsen auszusehen“ während des Tabakkonsums, erweckt bei manchen Kindern und Jugendlichen, die unter Selbstvertrauensproblemen leiden, Selbstwert und Stärkegefühle. Es spielt eine wesentliche Rolle, dass Eltern; die einen Selbstwertproblem bei ihrem Kind feststellen, eine selbstwertregenerierende psychosoziale Hilfsmechanismus anbieten.
  • Schüler mit schlechten schulischen Leistungen, stellen bezüglich des Tabakkonsums eine riskantere Risikogruppe im Gegensatz zu Schülern mit guten schulischen Leistungen dar. Eltern sollten ihren Kindern die Möglichkeit einer Unterstützung für ihre schulischen Leistungen anbieten, sodass sie sich sowohl individuell als auch im Freundeskreis wertvoller und kompetenter fühlen.
  • Jugendliche; deren Familien ihre Fähigkeit des „Nein“ Sagens unterstützen und dem Tabakkonsum gegenüber logische Begründungen entwickeln, sowie zu einer Wertorientierung und oppositioneller Haltung verhelfen, sind selbst in Lebensabschnitten in denen Einflüsse der Freunde eine ausschlaggebende Rolle spielen; wie z.B. in der Pubertät; in der Lage, den suchtantreibenden Auswirkungen der Altersgenossen Widerstand zu leisten.“

 „Die Tabakindustrie beeinflusst über diverse Kommunikationskanäle wie soziale Medien, dem Fernseher oder über Kinos die aktuelle und die zukünftige Meinung der Kinder und Jugendliche über Tabak. Insbesondere soziale Medien haben einen enormen Einfluss.“

WER IST DR. DUYGU DINÇER?

Im Jahr 2006 hat sie im Fachbereich der psychologischen Beratung an der Universität Istanbul ihren Abschluss gemacht. Anschließend hat sie 2009 begonnen, ihren Master an der Universität Hacettepe im Bereich der Sozialpsychologie zu machen. Im zweiten Semester ihres Studiums wurde sie als Dozentin im Fachbereich der Psychologie an die Universität Muğla Sıtkı Koçman als Forschungsbeauftragte in Amt berufen und hat ihren Master an derselben Universität absolviert. Während des Masters hat sie einen Master

Forschungsstipendium vom türkischen Hochschulrat erhalten und hat als Forschungsbeauftragte zu Gast an der katholischen Universität Löwen in Belgien Dienst geleistet und im Kultur und Sinne Labor gearbeitet. Im Jahre 2012 hat sie an der Universität Marmara an dem Institut für Bildungswissenschaften im Fachbereich der psychologischen Beratung promoviert und hat fünf Jahre als Forschungsbeauftragte an dieser Universität gearbeitet. Im Jahr 2015 hat sie die Promotionsreihe für das Stipendium der Türkischen Anstalt für Wissenschaftliche und Technologische Forschung (tr.: TÜBITAK) erhalten und hat zu Gast an der Universität von Kalifornien in Berkeley als Forschungsbeauftragte im Bereich der Psychologie Dienst geleistet. Dr. Dinçer; dessen zahlreiche Studien in nationalen und internationalen Bereichen bestehen, arbeitet momentan als Dozentin an der Universität Istanbul Aydın in dem Fachbereich der psychologischen Beratung. Des Weiteren gehört Dr. Dinçer auch zu den Wissenschaft Ratsmitgliedern der Yeşilay.

İnci NEŞELI ÖZOĞLU

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