Integration

“Migrant“ sein

Wie kann man gemeinsam leben? Was ist das Hauptelement, das Menschen verbindet? Ist das die Religion, der Staat, die Interessen, die ethnische Zugehörigkeit oder das kollektive Bewusstsein? Die Anatolier, die seit Jahrhunderten mit Europa in Verbindung standen, wendeten sich in den 60er Jahren aus verschiedenen Gründen nach Europa.

Der Arbeitskräftebedarf der westeuropäischen Länder nach dem II. Weltkrieg wurde zum Hauptgrund für diesen Trend. Am Anfang war es geplant, dass die türkischen Arbeiter, die ihre Familien in der Türkei verlassen haben, eine gewisse Zeit lang arbeiten und Geld sparen, damit sie nach ihrer Rückkehr in der Türkei sich selbstständig machen können. Mit dem Abkommen für Arbeitnehmer, das in kleinen zeitlichen Abständen zwischen westlichen Ländern und der Türkei unterzeichnet wurde, ließ sich 1970 feststellen, dass sich ihr geplanter vorübergehender in einen dauerhaften Aufenthalt umgewandelt hat.

Die Türken waren am stärksten von den Ereignissen des Berliner Mauerfalls und darauffolgenden Ereignissen und dem Höhepunkt des kulturellen Rassismus in den 90er Jahren betroffen. Sie waren das Ziel vieler Angriffe, von der Tötung bis zur Verbrennung. Die Zersplitterung der Familien, der Verlust des Sorgerechts für Kinder, Ausländerfeindlichkeit, Bildung, Sprache und Probleme der Jugend erschwerten immer mehr die Integration. Trotz all dieser Negativität und falschen Politik, gelang es den meisten Türken, sich zu entwickeln und trotz tiefgreifender kultureller Unterschiede, war es ihnen möglich der sozialen Akzeptanz zu erlangen.

Eines der Hauptelemente, das Menschen verbindet, ist, das Bedürfnis mit seinesgleichen zusammen zu sein. Die Person mit einem Migrationshintergrund muss einerseits die Erwartungen erfüllen, wie die Anpassung an die Gesellschaft, in der sie lebt und auf der anderen Seite ihre eigene Sprache pflegen, die Identität bewahren, die Sprache des Landes lernen und seinen Kindern im Bildungsprozess hilfreich und effektiv sein. Die Menschen, die besonders in der Türkei aufgewachsen sind und infolge einer Familienzusammenführung nach Europa kommen, haben zu Beginn gewisse Erschwernisse, dazu gehört die Sprache, die sie nicht kennen, die Veränderung des Umfelds, die Konflikte zwischen ihnen und ihrer Familie als Braut oder Bräutigam und ihre Sehnsucht nach Familie und Verwandten. Heute sind viele Türken nicht mehr nur ArbeiterInnen. Viele haben Berufe in verschiedenen Bereichen als WissenschaftlerInnen, ÄrztInnen, IngenieureInnen, Anwälte, JournalistInnen und viele von ihnen sind auch als Arbeitgeber tätig.

Anfangs ist es schwierig in einem Land, als ein Migrant zu leben und zu arbeiten. Wir haben Erwartungen hinsichtlich vieler Themen wie die Maßnahmen gegen die Ausländerfeindlichkeit und die Verbesserung der gesetzlichen Vorschriften. Aber auch wir müssen dazu einen Beitrag leisten, in dem wir keine Vorurteile haben, in Kommunikationen mit Menschen treten, mit unserem Umgang und Ausdruck reif bleiben, die Regeln der Gesellschaft befolgen und in uns selbst vereint sind.

Eda Akay Karagöz

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